ISG Blockade - Das Wichtigste in Kürze
An der Rückseite des Beckens bei den Beckenschaufeln gelegen, ist das Iliosakralgelenk eine wichtige Stütze der menschlichen Wirbelsäule. Obwohl es selbst kaum beweglich ist, kann eine ISG-Blockade starke Schmerzen mit sich bringen. Neben Hausmitteln wie einer Wärmetherapie und gezielter Bewegung hilft Ihnen als Betroffener die Osteopathie bei ISG-Blockaden. Durch sanfte Übungen, die Sie in der Praxis erlernen, und eine individuelle Behandlung samt Prophylaxe ist die Prognose einer Iliosakralgelenk-Blockade normalerweise sehr gut.
Was ist eine ISG-Blockade?
„ISG“ ist die Abkürzung für das Iliosakralgelenk. In der Praxis ist dabei auch vom Iliosakralgelenk-Syndrom bzw. ISG-Syndrom die Rede. Dieses verbindet Kreuzbein und Darmbein miteinander und wird deswegen auch als „Kreuzbein-Darmbein-Gelenk“ bezeichnet. Zwischen den Gelenkflächen von Kreuzbein und Darmbein liegt nur ein schmaler Gelenkspalt, der durch kräftige Bänder stabilisiert wird. Es hat grundsätzlich kaum Bewegungsspielraum, ist aber essenziell für die Stabilität der Wirbelsäule. Zudem kann es die üblichen Belastungen, die Ihr Körper bei Hebebewegungen oder beim Gehen erlebt, abfedern. Als Teil des Rumpf-Systems verbindet das Iliosakralgelenk den Oberkörper mit den Beinen und muss bei Belastungen – etwa beim Heben schwerer Lasten – besonders viel abfangen. Besteht eine Blockade des Iliosakralgelenks, kann das Schmerzen im Becken- und Rückenbereich hervorrufen.
Ursachen einer ISG-Blockade
Häufig ist nicht eine einzelne Ursache entscheidend, sondern mehrere Faktoren wie Fehlhaltungen, die sich im Alltag addieren.
- Fehlhaltungen und einseitige Belastungen, insbesondere nach langem Sitzen oder einer monotonen Tätigkeit
- Verspannungen der umgebenden Muskulatur, die Druckgefühle am unteren Rücken verursachen
- ungewohnte und für den Körper ungünstige Bewegungen
- eine sportliche Überlastung
- eine Grunderkrankung wie Arthrose oder entzündliche Krankheiten wie Morbus Bechterew
- Verletzungen
- Infektionen
Auch Fehlstellungen am Fuß können den gesamten Bewegungsapparat beeinflussen und sich bis ins Becken bemerkbar machen.
Frauen erleben eine ISG-Blockade zudem vermehrt während der Schwangerschaft, da die hormonelle Veränderung zu einer größeren Gelenkbeweglichkeit führen kann. Das Iliosakralgelenk wird flexibler, außerdem verändert sich der Schwerpunkt des Körpers durch den Schwangerschaftsbauch ungünstig für das Becken.
Infolge der Geburt, bei der das ISG eine zentrale Rolle spielt, ist ebenfalls eine solche Blockade denkbar. Zusammen mit der Schambeinfuge ist es dafür verantwortlich, dass sich der Beckenumfang für die Geburt vergrößert. Gerade in Zeiten von Schwangerschaft und Geburt kann Osteopathie der ISG-Blockade vorbeugen.
Symptome der ISG-Blockade
Woran erkennen Sie die ISG-Blockade? Gängige Symptome sind
- Schmerzen im unteren Rücken, meist einseitig und in der Nähe der Lendenwirbelsäule,
- plötzlich einsetzende Kreuzschmerzen (in der Regel stechend und ziehend),
- Bewegungseinschränkungen durch einseitige Schmerzen im Bereich von Hüfte, Knie, Bein oder Gesäß,
- Probleme beim Aufstehen,
- ein stolpernder Gang,
- manchmal Kribbelgefühle und/oder Taubheit rund um die Schmerzquelle.
Die Bewegungseinschränkungen sind oft auf einer Seite stärker, und die Rückenschmerzen können, je nach Intensität, bis in Leiste, Oberschenkel oder Knie ausstrahlen.
Charakteristisch ist obendrein ein Gefühl, das Betroffene als „blockiert“ empfinden. Sie bemerken klar, dass etwas im Bereich des unteren Rückens nicht in Ordnung ist. Zudem wird meist beim Aufstehen eine Verschlimmerung der Schmerzen wahrgenommen, während sie sich in einer Liegeposition deutlich verbessern. Viele Patienten beschreiben Schmerzen im unteren Rücken, die sich beim Auftreten anfühlen, als würde man kurz „ins Leere“ treten.
Hausmittel und Hilfreiches bei ISG-Blockaden
Sind Sie von den starken Schmerzen betroffen, fragen Sie sich: Was hilft schnell und zuverlässig bei einer ISG-Blockade? Die Einnahme von Schmerzmitteln wird nur bedingt empfohlen. Sie kann zwar bei akuten Problemen eine Linderung verschaffen, ist langfristig aber nicht die richtige Therapie. Vielmehr sollten Sie prüfen, woher die ISG-Blockade kommt und, soweit möglich, die verantwortlichen Auslöser meiden, etwa eine ungünstige Sitzposition im Büro. Schon kleine Anpassungen helfen: Sitzen Sie auf einem stabilen Stuhl und stellen Sie beide Füße möglichst flach auf den Boden.
Um Ihre Beweglichkeit zu fördern und dem ISG-Syndrom entgegenzuwirken, empfehlen sich bestimmte Übungen. Damit können Sie Becken und Wirbelsäule entlasten und im besten Fall die Blockade auflösen. Sowohl Übungen zum Dehnen als auch zur Mobilisierung sind passend. Jede Dehnung sollte langsam und kontrolliert erfolgen und niemals in stechende Schmerzen hinein.
Eine Beispiel-Übung ist etwa diese: Stellen Sie sich mit einem Bein und einem leicht angewinkelten Knie auf die unterste Treppenstufe. Lassen Sie das andere Bein hängen. Schwingen Sie es sanft hin und her und wechseln Sie dann die Seite. Diese und ähnliche Übungen werden Ihnen gerne auch die Hamburger Osteopathen HanseVitalisten zeigen.
Viele Betroffene mögen außerdem die Wirkung von Wärme im Beckenbereich. Viele Menschen empfinden Wärme im Beckenbereich als besonders angenehm, weil sie Verspannungen im unteren Rücken mit beruhigen kann.
Warme Kompressen oder spezielle Wärmekissen und -pflaster entspannen die Muskulatur und tragen dazu bei, dass sich so manche ISG-Blockade lockert.
Wann zum Arzt mit (vermuteter) ISG-Blockade
Verschwinden die Schmerzen trotz Übungen, Wärme und angepassten Verhaltensweisen im Alltag nicht von allein, sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Das gilt auch bei sehr starken Einschränkungen der Bewegung oder auffälligen neurologischen Symptomen wie Lähmungen, die mit der vermuteten ISG-Blockade einhergehen. Bei Verdacht auf Knochenbrüche (z. B. nach einem Sturz) oder bei starken Entzündungen sollten Sie nicht abwarten, sondern ärztlich abklären lassen.
Ein erster Ansprechpartner ist der Hausarzt, der für die Diagnose häufig mit einem Orthopäden zusammenarbeitet. Im Rahmen der Diagnostik werden mitunter bildgebende Verfahren wie Röntgen oder auch ein CT oder MRT angewendet. Ein MRT kann dabei helfen, andere Erkrankungen als Ursache auszuschließen und die Diagnose sauber abzusichern. Zusätzlich gibt es sogenannte „Provokationstests“ wie den „Patrick-Test“, der in Rückenlage durchgeführt wird und die klassischen Untersuchungen ergänzt. Ein weiterer Test ist das Mennell-Zeichen, das in den klinischen Untersuchungen häufig ergänzend genutzt wird, um typische Beschwerden zu provozieren. Lautet die finale Diagnose tatsächlich „ISG-Blockade“, werden Sie wahrscheinlich unmittelbar an einen Physiotherapeuten oder Osteopathen verwiesen.
Wie hilft die Osteopathie bei einer ISG-Blockade?
Die Osteopathie ist ideal für die Behandlung einer ISG-Blockade, da sie den Körper immer als Ganzes betrachtet. In der Behandlung wird daher nicht nur das Gelenk betrachtet, sondern auch Beckenmuskulatur und der gesamte Rücken als funktionelle Einheit. Auch bei Problemen mit dem Iliosakralgelenk ist oft ein völlig anderer Auslöser schuld als vermutet. Sowohl die Knochen und Muskeln als auch die Nerven, Faszien und Organe werden seitens des Osteopathen herangezogen, um herauszufinden, wieso die Blockade im Kreuz-Darmbein-Gelenk überhaupt entstanden ist. Gerade beim Durchtritt der Nerven aus der Wirbelsäule können Reizungen entstehen, die sich als Beschwerden bis in den Beinen zeigen. Anschließend wird sie, üblicherweise in mehreren Sitzungen, Schritt für Schritt gelöst.
Verfahren in der Osteopathie
Verschiedene Methoden kommen je nach individueller Krankengeschichte des Patienten zum Einsatz. Einerseits wird durch Dehnen das Gelenk mobilisiert, andererseits durch Krafteinwirkung der Schmerz gelindert. Die Osteopathie spricht in diesem Fall von „Impulsen“, die helfen, Spannungen aufzuheben und bestehende Blockaden zu entfernen.
Ziele in der Osteopathie
Ein wichtiges Ziel in der Osteopathie ist die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers. Ein weiteres Ziel der Therapie ist, die Beweglichkeit im Iliosakralgelenk zu verbessern und Schmerzen im unteren Rücken zu reduzieren. Auf diese Weise tragen Sie zur Heilung bei und arbeiten mit dem Osteopathen Hand in Hand. Auch das Erlernen von „neuen“ Bewegungsmustern kann ein Schwerpunkt in der Praxis sein: Denn fehlerhafte, über Wochen, Monate oder Jahre hinweg angewöhnte Muster resultieren oft in Blockaden.
Was gehört noch zur Osteopathie?
Manuelle Behandlungstechniken wie sanftes Dehnen und die gezielte Mobilisation runden die Therapie ab. Der Osteopath wird weiterhin Tipps für den Alltag geben, zum Beispiel vermehrtes Gehen nach einer Sitzung und die Adaption einiger Übungen zu Hause. Der Osteopath wird Ihnen zeigen, wie Sie diese korrekt ausführen. Fehlerhaft durchgeführte Bewegungen können die ISG-Blockade sogar verschlimmern; daher ist eine sorgfältige Anleitung durch den Experten essenziell. Auch Konsequenz und die regelmäßige Durchführung ist ein relevantes Stichwort für die Heilung.
Prognose und Verlauf der ISG-Blockade
Früh erkannt und behandelt, ist die Prognose der ISG-Blockade sehr gut. Sollten Rückenschmerzen bis in die Schulter ziehen, sollte eine andere Ursache medizinisch ausgeschlossen werden. Nur in wenigen Fällen führt sie zu Folgeerkrankungen wie Nervenschmerzen, die bis in die Schulter ausstrahlen können, oder Problemen mit Blase und Darm, die eine zusätzliche Behandlung beim Facharzt benötigen. Die Heilungsdauer einer akuten, aber komplikationslosen ISG-Blockade liegt bei wenigen Tagen bis Wochen, in denen Sie sich gern auf die Unterstützung von Ihrem Osteopathen verlassen können.
ISG-Blockade behandeln lassen: So können die HanseVitalisten helfen
Wenn Wärme, Übungen und Schonhaltung nur kurzzeitig helfen oder die Beschwerden immer wiederkommen, lohnt sich ein genauer Blick auf das „Gesamtpaket“ rund ums ISG: Bei den HanseVitalisten in Hamburg steht dafür die Osteopathie im Mittelpunkt, mit einem ganzheitlichen Fokus auf Becken, Lendenwirbelsäule, Hüfte, Muskulatur und Faszien, um Spannungen zu lösen, Beweglichkeit zurückzugewinnen und ungünstige Muster zu verändern.
Ergänzend kann, je nach Situation, auch Akupunktur dabei unterstützen, das System zu regulieren und muskuläre Überlastung zu beruhigen. Auch eine begleitende Physiotherapie kann sinnvoll sein, um neue Bewegungsmuster im Alltag zu stabilisieren.
Wenn Sie Ihre ISG-Probleme nicht nur kurzfristig dämpfen, sondern nachhaltig angehen möchten: Termin buchen und gezielt behandeln lassen.
